Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Geheimnisse des Badewaldes


Vielfältig sind die Wälder hier bei uns in der Eifel. Sie wechseln zwischen Nadel-, Laub- und Mischwälder. Nunmehr geht der Trend in Richtung Laubwald, deren hohe Baumstämme einen weiten Durchblick gewähren. Andere Wälder sind undurchsichtig und undurchdringlich. Geheimnisvoll sind sie alle. Besonders geheimnisvoll ist der Badewald um den sich viele Sagen und Überlieferungen ranken. Ein einsamer Wanderer wird sich seiner Eigenart und Mystik nicht entziehen können, und gelegentlich wird ihm eine Schauer über den Rücken jagen. Der größte Teil des Badewaldes liegt im Stadtgebiet von Nideggen.

Der Badewald grenzt an seiner Ostseite fast an die Zülpicher Börde, und an der Westseite fällt er steil, fast senkrecht, ab ins Rurtal. Hier ist der Ort, an dem der Hauptsitz des keltischen Stammes der „Eburonen", nämlich Aduatuca gelegen war. Hier ist der Ort, an dem die Kelten unter Ihrem Anführer Ambiorix, im Jahr 53 v. Chr. 1,5 Legionen der Römer (ca. 10.000 Mann) schlugen. Cäsar hat an diesem Ort, nur ein paar Jahre später, das Volk der Eburonen vernichtete und die gesamte Gegend entvölkert. Auf dem nahen Hürthberg hat Cäsar ein Castell, zum Schutz und Abwehr, gegen die über den Rhein immer wieder eindringenden Germanen erbaut.

Diese exponierte Lage diente bis in die Jetztzeit als militärischer Stützpunkt. Unterhielten doch hier die Amerikaner eine Feuerleitstelle zum Abschuss der Nike Raketen, welche in Thum stationiert waren.

Im Badewald wurde zu allen Zeiten nach Erz gegraben und auch verhüttet. Große und immer wiederkehrende Gruben (Pinnen) - im Volksmund Maare genannte - und lange Gräben sind stille Zeugen aus dieser Zeit. Teilweise sind sie mit Wasser gefüllt, andere fast so groß wie ein Fußballfeld sind trocken.

Es sieht aus wie ein einziger Bombenteppich. Diese tiefe Löcher und Gräben geben dem großen Waldgelände etwas unheimliches. Hier soll ja auch die Stadt „Badua" gelegen haben, welche unterging und dem Wald ihren Namen gab.

In diesem Badewald entspringt der Neffelbach., welcher früher wohl wesentlich mehr Wasser führte als heute. Die Quelle befindet sich in einer wunderschönen beschaulichen Hügellandschaft im Dreieck der Ortschaften Berg, Wollersheim und Vlatten, ca. 1 Kilometer von der Landstraße Berg-Wollersheim in Richtung Badewald. Man braucht nur dem Bachlauf zu folgen, bis im Feld eine einzelne Eiche steht. Hier in der Nähe ist die eigentliche Quelle. Diese ist eingemauert. Leider trocknet die Quelle bei längerer Trockenheit immer wieder aus.


Foto: Exkursionsteilnehmer

Der Bergbau wurde zuerst von den Kelten, dann den Römern und Franken betrieben. Im Mittelalter heuerte man erfahrene Bergleute - vielfach aus dem Süddeutschen Raum - an.

Die Bergleute waren kleinwüchsig, trugen bunte Kleider und eine Zipfelmütze, welche mit Heu oder Stroh aufgefüllt wurde. Diese dienten einmal als Schutzhelm und gleichzeitig als eine Art Antenne, denn mit diesen Mützen spürte man sofort wen man oben irgendwo anstieß. Sie sprachen einen fremden Dialekt, welchen unsere einheimische Bevölkerung nicht oder nur sehr schlecht verstand, und wohnten im Wald bei ihren Gruben. Wenn sie in der Dunkelheit durch den Dunst oder Nebel des Neffelbachtales mit ihren Lampen gingen so musste den Einheimischen dies unheimlich vorkommen. Im Gegensatz zu der hiesigen Bevölkerung hatten die Bergleute Geld und sicher warf der Eine oder Andere ein Auge auf ein hübsches Bauerntöchterchen.

Zur Zeit der Nibelungen, (3 oder 4 Jahrhundert) die nach Meinung zahlreicher Forscher hier bei uns wohnten, hießen die Anführer dieser bunten und rauhen Gesellen Niff und Neifel (kommt daher der Name Eifel?).

Diese hatten in einem uralten Bergwerksstollen einen Schatz gefunden und bewachten diesen. Hierbei handelte es sich vermutlich um den Schatz der Eburonen, (Staatsvermögen) welche diese vor dem Raub durch die Römer - siehe oben - verstecken konnten.

Der Hauptwohnsitz der Nibelungen lag wahrscheinlich in Zülpich-Virnich, ca. 8 km von der Quelle des Neffelbaches entfernt.

Laut Dr. Heinz Ritter-Schaumburg bedeutet die Bezeichnung Nibelungen wohl Niflungen die von der Neffel aus dem Nefflugaland - Neffel-Gau-Land. Wie bereits berichtet hieß der eine Zwergenkönig Niff. Aber dies mit den Nibelungen ist nun eine ganz andere Geschichte.

Ich kann nur jeden, der gerne spazieren geht empfehlen einmal den Badewald aufzusuchen und zu versuchen die Geheimnisse dieses Waldes zu ergründen.

Vielleicht stoßen auch Sie dann auf den Keltenring, oder die Hügelgräber oder finden römische Dachziegeln oder Erzschlacke oder...?


Heimat und Geschichtsverein
Nideggen e.V.
Heinz Bücker

© Copyright