Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Exkursion im Badewald


Im Heft vom 11. Februar 2011 berichtete ich um die Geheimnisse des Badewaldes. Nunmehr wollten wir es genauer wissen und vier Heimatfreunde, davon 2 Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Nideggen, machten sich am 23. Juli 2011 auf den Weg und wanderten auf den Spuren der Heimatforscher Pfarrer Andreas Pohl und Heinrich Fischer. Ziel war der Badewald, der Bereich des ehemaligen von Pohl genannten Castellum Aduatuka und das gesamte vermutete Römerlager, wo einst Eburonen, Römer, Kimbern und Teutoren hausten. Diese Stätten liegen in unserem jetzigen Stadtgebiet von Nideggen und im Stadtgebiet von Heimbach, und natürlich darüber hinaus.

Wir schauten uns die terrassenförmigen Wiesen im Bereich der Quelle des Neffelbaches und auf der gegenüberliegenden Westseite, dort wo das Tal steil zur Rur abfällt, an. Da eigentlich nur die Nordseiten beziehungsweise Westseiten der jeweiligen Täler Terrassen aufweisen, schlossen wir landwirtschaftliche Gründe aus. (Weinanbau oder ähnliches)


Unbekannte vorzeitliche Kultur, Terassierungen südlich des Badewaldes.

Weiter suchten wir einen stark ausgeprägten Hohlweg auf, welcher abrupt an einem Steinbruch endet. Da es sich um einen kleineren Steinbruch handelt, kann man den Grund im Abtransport der Felssteine nicht suchen.

Auch hier standen wir letztlich vor einem Rätsel. Das größte Rätsel waren wohl die Gruben, welche etwa 5 bis 8 Meter tief sind und einen Durchmesser bis zu 30 m ausweisen. Teilweise sind diese trocken andere wiederum sind mit Wasser gefüllt. Es sollen weiter über 100 Gruben im vorgegebenen Bereich gegeben habe. Pfarrer Pohl spricht einerseits von kimbrischen Wohngruben und andererseits von mit Wasser gefüllten Maaren.

Hier stellten sich ebenfalls Fragen über Fragen.

Wer hat diese ausgehoben und für welchen Zweck? Wo ist der Abraum geblieben? und wann wurden diese ausgehoben? Vor ca. 700 Jahren, also im Mittelalter, oder vor fast 2000 Jahren zur Zeit der Römer? oder von den Germanen oder waren es die Kelten?

Wie gesagt viele Fragen, aber keine Antworten.

Nachdem wir noch die mehr als kläglichen Reste einer römischen Villa (Villa Rustica) uns angesehen hatten, suchten wir zum Schluss zwei Hügelgräber auf, auch hier keine Antwort auf die Frage: „Wie alt und von wem und für wem?"

Hügelgräber wurden weiter vor Christi Geburt und bis zum 3. - 4. Jahrhundert angelegt. Um auf das Alter zu kommen müsste man diese, in der Hoffnung auf Grabbeilagen, ausgraben. Fest steht jedoch, dass in solchen Gräbern nicht der „Normale Bürger" beigesetzt wurde.

Zum Schluss muss man sagen, wir waren auf Spurensuche und haben viel gesehen. Aber ob es je ein Endergebnis gibt? Wir waren auf den Spuren unserer Vor-Vorfahren und die haben alle ihre Spuren im Badewald zurückgelassen.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, schauen Sie auf unseren anderen Seiten nach. Hier finden Sie auch historische Editionen von Pfarrer Pohl.

Rundblick Rureifel, 26. August 2011

Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Heinz Bücker

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